Sufi-Schreine
Das Heiligtum des Sufi-Heiligen Somunca Baba liegt in der Mitte der Türkei, 80 Kilometer nordwestlich der Stadt Malatya und 3 Kilometer von der Kleinstadt Darende entfernt. Somunca Baba, auch bekannt als Scheich Hamid-i Wali, wurde Mitte des 14. Jahrhunderts im Dorf Akcakaya in Kayseri geboren. Als junger Mann verließ er sein Zuhause, um verschiedene Zentren der islamischen Bildung zu besuchen, darunter Damaskus, Täbris und Erdebil. Nach seinem Studium in Erdebil ging Scheich Hamid-i Wali in die Stadt Bursa, wo er Gelehrter und Bäcker wurde. Neben seiner Einsiedelei errichtete er eine Bäckerei und verteilte kostenlos Brot an die Einheimischen. Aufgrund seiner Heiligkeit und seiner außerordentlichen Großzügigkeit erhielt er den Namen Somuncu Baba, was „Vater des Brotlaibs“ bedeutet. Nach einiger Zeit als Imam der Großen Moschee von Bursa pilgerte der Scheich in Begleitung seines Sohnes und anderer Jünger nach Mekka. Im Anschluss an seine Pilgerreise nach Mekka kam Somunca Baba in die kleine Stadt Darende und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in der Nähe eines heiligen Teichs am Fuße hoher Klippen entlang des Tohma-Flusses. Jünger besuchten den Heiligen in seiner einfachen Zelle, und nach seinem Tod im Jahr 1412 wurde der Ort zu einem Pilgerort. 1685 wurde der Schrein in einen religiösen Komplex aus Moschee und Gräbern integriert. Die heilige Quelle, die aus einer verborgenen Quelle in den Felswänden entspringt und in einem kleinen Teich am Fuße des Minaretts endet, hat eine konstante Temperatur von 16 Grad Celsius und ist voller riesiger orangefarbener Fische. Im Schrein befindet sich ein Reliquiar mit zwei Haaren des Propheten Mohammed sowie die Gräber von Somunca Baba und seinem Sohn Halil Taybi.
Dreißig Kilometer östlich der Stadt Tunceli in der östlichen Mitte der Türkei liegt der heilige Berg Düzgünbaba. Lokalen Legenden zufolge war der Berg lange vor der Ankunft des Islam ein heiliger Ort für den hurritisch-hethitischen Sturmgott Teshub. Auf dem Gipfel befindet sich eine Höhle, in der im späten 13. Jahrhundert ein Sufi-Heiliger namens Düzgünbaba lebte. Der Legende nach soll der heilige Ort heilende Kräfte haben, und unfruchtbare Frauen bevorzugen sowohl den Berg als auch die Höhle. Pilger verbringen die Nacht in der Höhle und hoffen, dass Düzgünbaba ihnen im Traum erscheint.

Martin Gray ist ein Kulturanthropologe, Autor und Fotograf, der sich auf die Erforschung von Pilgertraditionen und heiligen Stätten auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Laufe von 40 Jahren hat er mehr als 2000 Pilgerorte in 160 Ländern besucht. Der Weltpilgerführer Bei saintsites.com handelt es sich um die umfassendste Informationsquelle zu diesem Thema.


