Basilika der Virgen de la Candelaria, Copacabana
An der Südküste des Titicacasees liegt die Stadt Copacabana, die vor allem für ihr christliches Pilgerheiligtum Virgen de la Candelaria, auch „Dunkle Jungfrau“ genannt, bekannt ist. Vor der christlichen Nutzung dieses Ortes befand sich hier ein Inka-Sonnentempel, von dem aus einheimische Pilger zu den heiligen Inseln der Sonne und des Mondes segelten. Christlichen Legenden zufolge gerieten 1576 einige Inka-Fischer auf dem Titicacasee in einen heftigen Sturm. Während sie um göttliche Hilfe beteten, erschien Maria und führte sie in Sicherheit. Aus Dankbarkeit beschlossen sie, einen einfachen Schrein zu errichten und eine Madonnenstatue aufzustellen. Der einheimische Inka-Handwerker Tito Yupanqui schuf das Bildnis, das aus dunklem Holz gefertigt und etwa 1583 Meter hoch war. Die Statue wurde 1619 in einer Kapelle aufgestellt, die XNUMX erweitert wurde, und wurde in ganz Bolivien und Peru als wundertätige Ikone berühmt.
Die heutige Kathedrale, die 1805 fertiggestellt wurde, ist Boliviens meistbesuchte Pilgerstätte. Am 1. und 3. Februar, am Tag des Heiligen, am 23. Mai (San Juan) und in den ersten Augusttagen finden dort gut besuchte Feste statt. Das Fest im August ist äußerst beliebt, und indianische Gruppen führen traditionelle Tänze auf, begleitet von Trommeln, Flöten und Pfeifen. Während der Festzeit wird eine Kopie der Marienstatue mit farbenfrohen Gewändern und kostbaren Juwelen geschmückt und anschließend in Prozessionen durch die Stadt Copacabana getragen.
Die Statue wird auch mit dem Boot über den Titicacasee gefahren, um das Wasser zu segnen. Die Originalstatue wird aus Angst vor schweren Stürmen nie nach draußen gebracht. Die Virgen de la Candelaria, von den Aymara- und Quechua-Indianern „La Coyeta“ genannt, ist die Schutzpatronin Boliviens. Manche Leute verbinden den Namen Copacabana mit Nachtclubs oder dem berühmten brasilianischen Strand in Rio de Janeiro. Dennoch leiten sich ihre Namen von der Virgen von Copacabana ab, die einst einige brasilianische Fischer vor einem heftigen Sturm auf dem Titicacasee rettete.

Martin Gray ist ein Kulturanthropologe, Autor und Fotograf, der sich auf die Erforschung von Pilgertraditionen und heiligen Stätten auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Laufe von 40 Jahren hat er mehr als 2000 Pilgerorte in 160 Ländern besucht. Der Weltpilgerführer Bei saintsites.com handelt es sich um die umfassendste Informationsquelle zu diesem Thema.



