Sufismus in Pakistan
Der Sufismus ist eine mystische Bewegung innerhalb des Islam, die göttliche Liebe und Erkenntnis durch direkte, persönliche Gotteserfahrung zu finden sucht. Er umfasst verschiedene mystische Pfade, die das Wesen der Menschheit und Gottes ergründen und die Erfahrung göttlicher Liebe und Weisheit in der Welt ermöglichen sollen. Der Sufismus entstand nach dem Tod Mohammeds (632 n. Chr.) als organisierte Bewegung unter verschiedenen Gruppen, die den orthodoxen Islam als spirituell erstickend empfanden. Die Praktiken der heutigen Sufi-Orden und -Unterorden variieren. Die meisten beinhalten die Rezitation des Gottesnamens oder bestimmter Sätze aus dem Koran, um die Fesseln des niederen Selbst zu lösen und der Seele die Erfahrung der höheren Wirklichkeit zu ermöglichen, nach der sie natürlicherweise strebt. Obwohl Sufi-Anhänger oft im Widerspruch zur vorherrschenden islamischen Theologie und Gesetzgebung standen, ist die Bedeutung des Sufismus in der Geschichte des Islam unermesslich. Die Sufi-Literatur, insbesondere die Liebeslyrik, repräsentiert ein goldenes Zeitalter in Arabisch, Persisch, Türkisch und Urdu.
Die Sufi-Philosophie ist universell, ihre Wurzeln reichen bis vor die Entstehung des Islam und der anderen modernen Religionen zurück. Ebenso betrachten einige Muslime den Sufismus als außerhalb des Islam stehend, obwohl Islamgelehrte im Allgemeinen behaupten, es handele sich lediglich um die Bezeichnung für die innere oder esoterische Dimension des Islam.
Ein Anhänger dieser Tradition wird im Allgemeinen als Sufi bezeichnet, obwohl manche Anhänger diesen Begriff nur denjenigen Praktizierenden vorbehalten, die die Ziele der Sufi-Tradition erreicht haben. Ein anderer Name für den Sufi-Suchenden ist Derwisch.
Der Sufismus hat in Pakistan eine starke Tradition. Die muslimischen Sufi-Missionare spielten eine entscheidende Rolle bei der Bekehrung der Millionen einheimischen Bevölkerung zum Islam. Wie in anderen Gebieten, in denen Sufis ihn einführten, vermischte sich der Islam bis zu einem gewissen Grad mit vorislamischen Einflüssen, was zu einer Religion führte, deren Traditionen sich in einigen Punkten von denen der arabischen Welt unterscheiden. Die Salsas Naqshbandiya, Qadiriya, Chishtiya und Suhrawardiyya haben in Pakistan eine große Anhängerschaft.
Ein Dargah ist ein Sufi-Schrein, der über dem Grab einer verehrten religiösen Persönlichkeit, oft eines Sufi-Heiligen, errichtet wird. Einheimische Muslime besuchen diesen Schrein (Ziyarat). Dargahs werden üblicherweise mit Versammlungsräumen und Herbergen der Sufis in Verbindung gebracht. Dazu können Moscheen, Versammlungsräume, Schulen (Madrassas), Lehrer- oder Hausmeisterwohnheime, Krankenhäuser und andere Gebäude für gemeinschaftliche Zwecke gehören. Der Begriff leitet sich von einem persischen Wort ab, das unter anderem „Portal“ oder „Schwelle“ bedeutet. Viele Muslime glauben, dass Dargahs Portale sind, durch die sie die Fürsprache und den Segen verstorbener Heiliger erbitten können.
Weitere Informationen finden Sie in der Wikepedia-Artikel zum Sufismus.

Martin Gray ist ein Kulturanthropologe, Autor und Fotograf, der sich auf die Erforschung von Pilgertraditionen und heiligen Stätten auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Laufe von 40 Jahren hat er mehr als 2000 Pilgerorte in 160 Ländern besucht. Der Weltpilgerführer Bei saintsites.com handelt es sich um die umfassendste Informationsquelle zu diesem Thema.



