Palenque

Karte von Palenque

Die gewaltige, geheimnisvolle und bezaubernde Ruinenstadt Palenque gilt als der schönste Stadtstaat der Maya und als eine der schönsten archäologischen Stätten der Welt. Ihre geografische Lage ist unbeschreiblich schön. Eingebettet in steile und dicht bewaldete Hügel sind die Ruinen oft in dichten Nebel gehüllt. Ein kühler Bach schlängelt sich durch das Stadtzentrum, und von den Gipfeln der Tempel bietet sich ein spektakulärer Blick über die weite Küstenebene. Hier und da ragen große Pyramiden, Türme und weitläufige Tempelanlagen durch die dunkelgrünen Wälder. In seiner kulturellen Blütezeit war Palenque sogar noch schöner, denn seine Kalksteingebäude waren mit weißem Putz überzogen und in allen Pastelltönen des Regenbogens bemalt. Die Ruine lag tief im Dschungel verborgen und war bis 1773 unbekannt. Selbst danach wurde Palenque mehrmals wiederentdeckt und ging wieder verloren, bis die Entdecker John Lloyd Stephens und Frederick Catherwood im Jahr 1841 dieses Juwel der Maya-Architektur mit ihren eindrucksvollen Schriften und Zeichnungen der Welt vorstellten.

Verstreute Tonscherben deuten darauf hin, dass die Stätte bereits 300 v. Chr. bewohnt war, die meisten Gebäude wurden jedoch zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert n. Chr. errichtet. Dann wurde die große Stadt auf mysteriöse Weise verlassen und von den unerbittlichen Klauen des Dschungels zurückerobert. Sogar der Maya-Name der Stadt ging verloren und die Ruinen erhielten ihren heutigen Namen von dem nahegelegenen Dorf Santo Domingo de Palenque. Obwohl die Ruinen zu den umfangreichsten Ausgrabungs- und Rekonstruktionsarbeiten aller Maya-Stätten gehören, wurden bisher nur 34 der schätzungsweise 500 in der Gegend verstreuten Bauwerke geöffnet. Wenn man durch die Ruinen wandert oder von den hohen Gebäuden aus blickt, sind überall auf der Stätte kleine Hügel zu sehen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Hügel, sondern um Maya-Bauwerke, die längst vom Dschungel überwuchert sind.

Das Foto zeigt einen ausgedehnten Gebäudekomplex, den die Archäologen „den Palast“ nannten. Teile des Gebäudes dienten möglicherweise als Residenzen für die Hohepriester und den Adel, man nimmt aber auch an, dass der Komplex als Verwaltungszentrum der einst geschäftigen Stadt diente. Vier Stockwerke über dem Palast befindet sich ein astronomisches Observatorium, dessen Bauweise in der Maya-Welt einzigartig ist. Am Tag der Wintersonnenwende kann man vom Turm aus den Sonnenuntergang direkt über dem Tempel der Inschriften beobachten. Ursprünglich hatte dieser Turm kein Dach. Die frühen Archäologen, die die Stätte rekonstruierten, kannten das hochentwickelte astronomische Wissen der Maya nicht und verstanden den Zweck einer dachlosen Plattform (zur Beobachtung der Sterne) nicht. Daher errichteten sie ein selbst entworfenes Dach darüber.

Pyramidentempel von Pacal Votan, Palenque, Mexiko
Der "Palast" und das astronomische Observatorium in den Ruinen von Palenque, Mexiko
Detail des Tempels von Pacal Votan, Palenque
Mayaruinen von Palenque, Mexiko
Schädel, der an Palenque-Ruinen, Mexiko schnitzt
Martin Gray

Martin Gray ist ein Kulturanthropologe, Autor und Fotograf, der sich auf die Erforschung von Pilgertraditionen und heiligen Stätten auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Laufe von 40 Jahren hat er mehr als 2000 Pilgerorte in 160 Ländern besucht. Der Weltpilgerführer Bei saintsites.com handelt es sich um die umfassendste Informationsquelle zu diesem Thema.