Ranakpur
Der wunderschöne Marmortempel von Ranakpur liegt im Aravalligebirge im Bundesstaat Rajasthan, etwa 56 Kilometer nördlich von Udaipur. Er ist einer der fünf wichtigsten Wallfahrtsorte des Jainismus. Erbaut zwischen 90 und 1367 (einige Quellen sprechen von 1432), ist der Tempel nach dem Rajput-Monarchen Rana Kumbha benannt, den der Jain-Händler Dharna Shah nach einer Vision des Tempels aufsuchte. Dipa Shilpi entwarf den Tempel als Nalinigulm Vimana, ein mythologisches Luftschiff, das Dharna Shah in seiner Vision gesehen hatte. Der dreistöckige Komplex erstreckt sich über ein Erdgeschoss von mehr als 1458 Quadratmetern und umfasst einen vierseitigen Tempel, genannt Chaumukh, vier Nebenschreine, vierundzwanzig Säulenhallen und Kuppeln, die von 48,000 kunstvoll geschnitzten Säulen getragen werden, sowie zwei große Glocken mit einem Gewicht von 4460 Kilogramm. Im Chaumukh-Tempel befindet sich eine viergesichtige Statue von Adinath. Adinath, auch bekannt als Rishabhanatha, ist der erste von vierundzwanzig Tirthankaras oder erleuchteten Wesen des Jainismus und erlangte der Legende nach die Erleuchtung am Mt. Kailash in Tibet.
Zu den weiteren wichtigen Tempeln des Komplexes zählen der Parsavanath-Tempel (dem 23. Tirthankara gewidmet), der Neminath-Tempel (dem 22. Tirthankara gewidmet) und der Surya-Tempel (mit einer Statue des Sonnengottes in seinem von sieben Pferden gezogenen Streitwagen). Diese Tempel sind wiederum von mehreren kleineren Schreinen und Kuppeln umgeben, die jeweils anderen Tirthankaras gewidmet sind. Der gesamte Komplex ist mit zarten, spitzenartigen Schnitzereien aus Blattwerk, tanzenden Nymphen, Bildern aus der Jain-Mythologie und geometrischen Mustern bedeckt. Im 17. Jahrhundert, während der Herrschaft des Mogulkaisers Aurangzeb, wurde der Tempel geplündert und verfiel. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurde er wieder in seiner früheren Pracht errichtet.
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Martin Gray ist ein Kulturanthropologe, Autor und Fotograf, der sich auf die Erforschung von Pilgertraditionen und heiligen Stätten auf der ganzen Welt spezialisiert hat. Im Laufe von 40 Jahren hat er mehr als 2000 Pilgerorte in 160 Ländern besucht. Der Weltpilgerführer Bei saintsites.com handelt es sich um die umfassendste Informationsquelle zu diesem Thema.








